Begriffsklärungen: Therapie/Therapeutin/Entwicklung


Mein Wirken als Therapeutin verstehe ich im ursprünglichen Sinne des Wortes Therapie (siehe unten). Ich bin zudem der festen Überzeugung, dass grundsätzlich jeder Mensch alles in sich hat, um seine anstehenden Themen in den verschiedensten Lebenssituationen zu bewältigen. Ab und zu liegt jedoch die Lösung im Verborgenen. Das Wissen um die Selbstheilungskräfte und die Aktivierung derselben kann, oft ganz unerwartet, viel Schönes und Heilsames an die Oberfläche bringen.

 

Das heute gängige Bild von Therapeuten impliziert, dass diese wissen, was für die Klienten richtig ist. Als Klientin kann ich dann mit der Behandlung zufrieden sein oder bei Misserfolgen die Fachpersonen dafür verantwortlich machen. Damit begebe ich mich aber in eine grosse Abhängig. Nicht so, wenn wir zu den Wurzeln des Begriffes zurück gehen:

 

Therapie kommt vom griechischen "therapeía",

übersetzt in unsere Sprache "dienen, heilen, pflegen".

 

Wenn ich als Therapeutin Dienende bin, sieht die Rolle der Klienten sofort ganz anders aus. Dann gehe ich von mündigen Personen aus, die ich mit meinem Fachwissen in einer Haltung be-diene, dass sie die Verantwortung für sich behalten (oder übernehmen) und entscheiden, was sie zulassen.

 

Leben und Entwicklung sind zwei Begriffe, die sich für mich gegenseitig bedingen.

Ich gehe davon aus, dass Menschen sich bis ins hohe Alter weiter entwickeln.

 

Die ersten Jahre hier auf Erden ist diese Verbindung noch sehr offensichtlich. Was ein Kind im ersten Lebensjahr alles mit viel Freude und grossem Effort lernt, bringt mich immer wieder zum Staunen. Dieser Prozess ist jedoch nicht abgeschlossen, wenn der Körper ausgewachsen, die Person erwachsen ist. Heute wissen wir von Hirnforschern, dass ein Leben lang neue Verknüpfungen, sogar von Nervenzellen, möglich sind. Wunderbar, wenn auch Erwachsene sich freudig bewusst weiter entwickeln, ihren Visionen oder ganz einfach dem, was das Leben so bringt, folgend. Schwieriger wird es, wenn Veränderungen anstehen, welche nicht gewünscht sind. Solche Situationen versuchen zu verstehen und Wege zu einem guten Umgang damit zu finden, das interessiert mich sehr.